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Ein Schwarm setzt sich in Bewegung

12.02.2011, 21:43 Aktuelles, Hintergründe & Entwicklung Claudia Pelzer 5 Kommentare

Der Ansatz ist alles andere als neu. In der ‚analogen Welt’ wird seit jeher Arbeitsleistung gegen Bezahlung getauscht, werden Spenden und Kollekten für gemeinnützige Projekte gesammelt, finden Kommunikation und Informationsaustausch statt. Man stelle sich nun vor, statt einiger weniger Angestellter hätten Unternehmen Zugriff auf eine nie versiegende Quelle von Arbeitern aus aller Herren Länder, die Kollekte würde plötzlich nicht nur durch die Gemeinde gereicht, sondern ginge gleich einmal um die Welt, und es entstünde eine Art Kollektivwissen … und nun stelle man sich vor, wir wären bereits mitten drin.

Der Begriff des Crowdsourcing (im Jahr 2006 erstmals begründet durch Jeff Howe vom Wired Magazine) beschreibt, wie die Wortzusammensetzung bereits andeutet, das Outsourcen von Aufgaben, Fragestellungen und Kreativleistungen an eine undefinierte Masse von Menschen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Unternehmen schöpfen aus einem größeren Pool an (kostengünstiger) Kreativität und Arbeitskraft, während Individuen weitgehend unabhängig von räumlichen und zeitlichen Beschränkungen ihre Leistungen anbieten und Einkommen generieren können.

Unter humanistischen Gesichtspunkten wird Crowdsourcing unterdessen als langersehnte Möglichkeit zum Ausgleich des globalen Wohlstandgefälles gesehen. Ein Beispiel: Die Plattform 99designs vermittelt kleinere Kreativ-Aufträge zwischen Unternehmen (zumeist aus Industrieländern) und einem Pool von etwa 90.000 Designern aus aller Welt. Ein Ausgleich des Wohlstandsgefälles findet hier effektiv immer dann statt, wenn ein Designer aus einem Land mit niedrigerem Pro Kopf Einkommen (beispielsweise Indien) einen Pitch gewinnt und sein Design in ein Land mit hohem Pro Kopf Einkommen verkauft.

Nach dem gleichen Prinzip arbeiten auch andere Plattformen. Amazon Mechanical Turk z.B. vergibt auch solche Micro-Tasks, die von weniger qualifizierten Arbeitskräften erledigt werden können. Für das Taggen von Bildern, einfache Recherche-, Kategorisierungs- oder Übersetzungsarbeiten werden jeweils kleinere Cent-Beträge gezahlt.

Voraussetzung und Treiber für diese Businessmodelle und Mechanismen sind unter anderem die Nutzung der Web 2.0 Infrastruktur sowie allgemeinzugängliche, unkomplizierte (Micro-) Payment Modelle. Und natürlich die Individuen als Teil und gleichzeitig Basis der Crowd, denn “Crowdsourcing is all about diversity” – Jeff Howe.

Ein Schwarm setzt sich in Bewegung, 4.5 out of 5 based on 2 ratings
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