RSS abonnieren oder
Ein Produkt von Workgeist.com

Doing Better – Online Crowdfunding für soziale Projekte

01.03.2011, 14:26 Crowdsourcing Case Studies Claudia Pelzer 3 Kommentare

Neben kommerziellen Crowdfunding Plattformen sind in den letzten Jahren auch immer mehr Communities entstanden, die sich auf die Finanzierung sozialer Projekte spezialisiert haben. Die Errungenschaften des Web 2.0 lassen dabei nicht nur eine umfassende Dokumentation der einzelnen Projekte zu, sondern ermöglichen zudem eine direkte, globale Vernetzung aller Beteiligten. Was mit dezenten Spenden Buttons (z.B. via Flattr) auf der eigenen Website begann, hat sich zu einem beachtlichen und eigenständigen Trend entwickelt. Jeder der helfen möchte kann sich heute auf Crowdfunding Plattformen eine eigene Landing Page einrichten und so gezielt für ein Anliegen werben. Es genügt eine (möglichst lebendige) Projektbeschreibung und die Angabe der Zielsumme X.

Internationale Websites wie Kiva waren Vorreiter, aber auch in Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche vergleichbare Plattformen. Auf betterplace.org z.B. finden Spendenwillige eine Auswahl an Hilfprojekten aus der ganzen Welt, die sie mit einer Geld- oder Sachspende, freiwilliger Mitarbeit oder aber schlicht Know-how unterstützen können. Im Netz lässt sich anschließend live mitverfolgen, wie sich das Projekt entwickelt. Projektgründer können widerum detailliert beschreiben was sie planen, wieso gerade dort Hilfe nötig ist und welche Art der Unterstützung sie brauchen.

Einen ähnlichen Service bietet auch die 2009 gegründete Plattform 2aid.org, die im Schwerpunkt das Social Web nutzt, um weltweit Mitglieder, Kontakte und Kooperationen zu finden. 2aid.org setzt dabei insbesondere auf die Unterstützung von engagierten Youngsters, die allesamt ehrenamtlich arbeiten.

Daneben gibt natürlich zahlreiche weitere Anbieter, wie z.B. Helpedia oder Fundraisingbox, um an dieser Stelle nur einige zu nennen. Die kleinen Funding-Plattformen haben dabei eines gemeinsam: Sie versprechen eine Weiterleitung der  gespendeten Beträge zu 100 Prozent. Was aus sozialer Sicht ein großer und großartiger Schritt nach vorne ist, stellt für die traditionelen Hilfsorganisationen, wie beispielsweise UNICEF, eine ernstzunehmende Bedrohung dar. Mit einem Mal drängen unabhängige Online-Konkurrenten mit frischen Ideen auf den Markt, die nicht nur allgemein flexibler sind, sondern auch keinen riesigen Verwaltungsapparat mit entsprechendem Overhead vor sich herschieben. Zum direkten Vergleich: UNICEF weist  im Geschäftsbericht 2009 Gesamtkosten von 14,95 Prozent aus.

Indem die kleinen Plattformen unmittelbarer und unbürokratisch zwischen Spender und Projektorganisator vermitteln, geben sie interessierten Spendern auch viel eher das Gefühl, dass das Geld auch wirklich dort angkommt wo es aktuell benötigt wird. Gespendet wird ebenso unkompliziert via Online-Payment. Nochmals zum Vergleich: UNICEF bietet bis zum heutigen Zeitpunkt kein eingebundenes Micropayment-System wie z.B. PayPal auf der Homepage der Organisation. Unerlässlich in diesem Zusammenhang ist eine enge Kooperation mit den Micropayment Anbietern, um anfallende Transaktionsgebühren (normalerweise bis zu 10 Prozent) zu vermeiden und das Geld auch wirklich zu 100 Prozent weiterleiten zu können. So umgesetzt beispielsweise zwischen betterplace und PayPal.

Dass an UNICEF diese Entwicklung jedoch nicht gänzlich vorbegegangen ist sieht man daran, dass das Hilfswerk inzwischen selbst auf betterplace.com aktiv geworden ist. Und in diesem Fall werden die (via betterplace) gespendeten Beträge auch zu 100 Prozent weitergegeben, versprechen zumindest die Betreiber. Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Doch um (zumindest im Web) langfristig nicht im Schatten der kleinen Anbieter zu verschwinden heißt die logische Konsequenz: selbst aktiv werden! Es ist allerhöchste Zeit, dass die großen Hilforganisationen eigene Crowdfunding Plattformen aufbauen, um ihr enormes Potential gezielt einzusetzen. Alles andere wäre widerum Verschwendung.

Die Hilfsorganisation der Zukunft arbeitet:

1) unmittelbar = agiert sozial (-vernetzt) und unbürokratisch

2) transparent = gewährt persönlichen und authentischen Einblick in die Projekte

3) kostensparend = vermeidet Verwaltungsaufwand und kooperiert mit Payment Anbietern

 

Doing Better - Online Crowdfunding für soziale Projekte, 4.5 out of 5 based on 2 ratings

Social & Signup

 

PARTNER












CSW Europe

 Termine

TERMINE

 Termine

11.-20. März: SXSW 2016 

sxsw.com

Termine

02.-04. Mai: Re:publica

re-publica.de

Termine

02.-06. Juni: Social Media Week L.A.

socialmediaweek.org

Crowdsourcing Blog