Hier diskutieren Amir Kassaei (Chief Creative Officer von DDB Worldwide) und Ibo Evsan (Founder von Fliplife) im Rahmen des Dialogkreis Netzpolitik in Köln über die Zukunft von Arbeit, die neue Work-Life Balance und die Bedeutung von Crowdsourcing im Agentur Umfeld.
Ein unglaublich inspirierender, kluger und zukunftsgerichteter Gedankenaustausch, wie ich finde. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der Kernthesen:
1) Das vorhandene Business Modell ist endlich. Zukünftig müssen kreative Leistungen weniger nach investierter Zeit, sondern vielmehr nach Qualität der Ideen vergütet werde.
2) Doch auch im Bereich Open Innovation gilt das Naturgesetz, dass Qualitätsarbeit sich im Wettbewerb immer durchsetzen wird. Und diese Qualität hat eben ihren Preis.
3) Die Arbeitswelt der Zukunft folgt einer vollkommen neuen Logik. Die neue Generation hat sich als Lebensziel nicht mehr Karrierestufen und Titel gesetzt, sondern Zufriedenheit. Glück wird demzufolge gänzlich neu definiert. Damit umzugehen wird eine große Aufgabe des Managements von morgen sein.
4) Um die jungen Talente für sich zu gewinnen, muss man mit offenen Netzwerken arbeiten und Wertevorstellungen und Ideen mitbringen, mit der die neue Generation sich identifizieren kann.
5) Die Zukunft der Kreativbranche wird sich dahin bewegen, dass nur noch kleine Kern-Teams, Innovation Labs und eine grundlegende Infrastruktur bestehen bleiben. Darum werden sich Crowdsourcing- und Open-Source-Netzwerke mit hoch qualifizierten Talenten entwickeln, die projektweise zusammenkommen. Auf andere Weise werden Projekte nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen sein.
Mein Fazit: Wer zukünftig im ‘War for Talents’ bestehen will, der muss schleunigst umdenken und damit beginnen bestehende Strukturen aufzubrechen. Agenturen wie auch Unternehmen müssen kreative Freiräume und Plattformen, ja Virtual Workplaces schaffen innerhalb derer Ideen, Gedankengut und Kreativleistungen zusammenfließen.






[...] Interview mit DDB Kreativchef Amir Kassaei zur Argentur-Arbeit von morgen [...]
Wenn ich mir meine Agentur anschaue, dann wird mir schlecht.
Ich muss jeden Tag zwischen 2 und 6 Stunden mehr arbeiten als im Vertrag steht. Da ist an Freizeit (oder Freiheit) gar nicht zu denken.
[...] Work-Life-Balance und die Bedeutung von Crowdsourcing im Agenturumfeld diskutiert. Diese Interview (via Crowdsourcingblog.de) hat spontan an einem meiner Nerven gezupft. Und zwar an jenem, den ich [...]
Sehr gute Zusammenfassung. Besonders Punkt 5 finde ich interessant. Ich denke die ganze Branche braucht noch viel Zeit um das zu verinnerlichen.
Mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht. Vielen lieben Dank für die tolle Nachbearbeitung.
Ob d i e Unternehmen so wie sie derzeit existieren in der Lage sind diese Herausforderung anzunehmen, bezweifle ich.
Wahrscheinlich werde neue Unternehmen entstehen, bzw. es wird nicht mehr Großunternehme geben sondern nur noch ” Netzknoten ” ” Hubs ” ” Docks ” etc.
Die Entwicklung im Bereich rapid prototyping technology deutet schon daraufhin.