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Innovationskraftwerk – Open Innovation Made in Germany

03.02.2012, 09:57 Aktuelles, Crowdsourcing Case Studies Claudia Pelzer 3 Kommentare

Mit innovationskraftwerk.de ist kürzlich eine deutsche Open Innovation Plattform gestartet, die neben Innovations- und Problemlösungsprozessen in der Wirtschaft auch wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Fragestellungen behandelt. Ich habe mich einmal genauer bei Ariane Derks, Geschäftsführerin der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ (einer gemeinsamen Standortinitiative von Bundesregierung und Deutscher Wirtschaft) zum Projekt erkundigt:

Claudia Pelzer: Wieso braucht Deutschland mehr Innovationen und wieso sollten diese in einer offenen Umgebung entstehen?

Ariane Derks: Innovationen sind die Grundlagen des weiteren Wirtschaftswachstums, wovon letztlich der Wohlstand in Deutschland abhängt. Die modernen globalen Herausforderungen verändern alte Strukturen und fordern neue Herangehensweisen. Der Trend im Innovationsmanagement bewegt sich von geschlossenen Prozessen zum offenen Wettbewerb. Mit Open Innovation können Innovationen wesentlich schneller und effizienter werden.

Claudia Pelzer: Welche entsprechenden Tools bietet das Innovationskraftwerk?

Ariane Derks: Für die „Ideensucher“ bietet das Innovationskraftwerk neue Möglichkeiten – ganz gleich, ob man auf der Suche nach gänzlich neuen Geschäftsmodellen, neuen Produktideen, kommunalen Problemlösungen oder Antworten auf wissenschaftliche Fragen ist. Die „Ideengeber“ können ihre Kreativität entfalten und sie bei einem Innovations- oder Problemlösungsprozess einsetzen.

Nach einer kurzen und einfachen Registrierung kann jeder seine Idee oder seinen Lösungsvorschlag für die bevorzugte Frage abgeben. Als Anreiz zum Mitmachen bieten die „Ideensucher“ attraktive Preise. Bei manchen Ideations wird man zum Community-Wochensieger, wenn die Community eine Idee besonders interessant findet. Die finale Entscheidung über den Hauptgewinner trifft in der Regel eine Fachjury.

Zusätzlich kann man mit den anderen Ideengebern kommunizieren, indem man z.B. die Kommentar-Funktion nutzt. In der Entstehungs- bzw. Etablierungsphase kann es an der einen oder anderen Stelle noch etwas hapern. Wir kümmern uns und freuen uns auf konstruktives Feedback seitens der User.

Claudia Pelzer: Wer sind die Initiatoren und aus welcher Intention heraus wurde Innovationsraftwerk.de gegründet?

Ariane Derks: Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ hat das „Innovationskraftwerk“ gemeinsam mit der Innovationsberatung inno-focus businessconsulting entwickelt. Innovationsmanager renommierter deutscher Unternehmen begleiten die kontinuierliche Weiterentwicklung der Open Innovation Plattform. Vertreter von Schott, Bombardier, Henkel, Otto Group, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Evonik, Boehmert und Boehmert, SGL Carbon und Bayer MaterialScience bilden den Beirat. Wissenschaftlich unterstützt wird das „Innovationskraftwerk“ von der Technischen Universität München.

Als Standortinitiative unterstützen wir das Innovationskraftwerk und den Gedanken, der dahinter steckt. Durch ihren kreativen Charakter trägt die Plattform unserer Grundidee Rechnung, Erfindergeist und Einfallsreichtum im Land der Ideen noch sichtbarer zu machen.  Wir freuen uns, dass wir mit dem Team von inno-focus businessconsulting zusammenarbeiten, das die Plattform auch technisch betreut.

Claudia Pelzer: An wen richtet sich die Plattform?

Ariane Derks: Alle Interessenten über 18 Jahre können mitmachen – Wissenschaftler, Experten, Tüftler, Studenten, Designer, Erfinder, Handwerker, Ärzte, Frisöre etc. Darin steckt die Grundidee des Innovationskraftwerks – die ganze Bevölkerung Deutschlands sowie Ideengeber aus anderen Ländern sind herzlich eingeladen, an den Ideations teilzunehmen. Dass es für Open Innovation im Internet keine geografischen Grenzen gibt, konnten wir bei der allerersten Ideation feststellen: Auf die Frage vom Mainzer Glashersteller Schott „Was mache ich aus einem eckigen Glasrohr?“ haben sich Teilnehmer aus 68 Ländern gemeldet. Der erste Preis ging an einen Ideengeber aus den USA, der zweite an einen Deutschen, und den dritten Platz hat ein israelischer Designer erhalten – eine bunte internationale Mischung! Eine möglichst breite Nutzergruppe und die unvoreingenommene Betrachtungsweise können den kreativen Input deutlich erhöhen.

Claudia Pelzer: Herzlichen Dank für das Interview!

Eine Zusammenfassung zur Initiative bzw. Plattform findet ihr hier.

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