Im Designbereich hat Crowdsourcing bereits sehr früh Fuß gefasst und in den letzten 5 Jahren mit Design–Wettbewerben einen neuen Zugang zu Kreativität und Design geschaffen. Diesen haben mittlerweile tausende von Startups genutzt, um ihr Logo, Firmennamen oder Webdesign zu „crowdsourcen“. Zeit die Frage zu stellen, wie die Zukunft von Creative Crowdsourcing aussieht und wann deren Potential auch von der Agenturszene genutzt werden wird.
Langsam hört man von den ersten Agenturen, dass sie beginnen zu evaluieren was sich genau hinter Crowdsourcing verbirgt und sich unvoreingenommen mit den Chancen von Creative Crowdsourcing Plattformen wie 12designer oder 99designs beschäftigen. Eine gute Entwicklung wie ich finde, denn bisher war die Position der Agenturszene vornehmlich, dass man sich gute Qualität nur schwer vorstellen kann, wenn eine Crowd eine Designaufgabe übernimmt. Und eine sehr schöne Chance für alle, denn die Nutzung von Crowdsourcing in einer frühen Phase einer Kreativaufgabe bietet einer Agentur einen schnellen und vor allem breiten Einstieg ins Thema, da Ideen gleichzeitig und nicht sequentiell entwickelt werden.
Crowdsourcing Plattformen adaptieren zunehmend Agenturservices
Auch die Crowdsourcing Plattformen gehen mit immer neuen Geschäftsmodellen und Features, wie man Auftraggeber einer Kreativleistung und Designer effizient und mit guter Qualität zusammenbringt, einen Schritt Richtung Agenturszene und integrieren Bausteine professioneller Agenturen.
Eine spannende Entwicklung sind die Bestrebungen von einigen Plattformen als professioneller Mittelsmann aufzutreten und die Qualitätsunterschiede zwischen klassischen Crowdsourcing Portalen und Agenturen auszugleichen. “Curated Crowdsourcing” wird von vielen als die nächste Evolutionsstufe im Crowdsourcing von Kreativ-Dienstleistungen gesehen.
Unter Curated Crowdsourcing versteht man zwei zentrale Neuerungen:
- Vorselektion: Nur die aussichtsreichsten Kandidaten werden zu einem Wettbewerb eingeladen.
- Service: Auftraggeber sind nicht auf sich selbst gestellt, sondern werden mit Services auf Agenturniveau unterstützt, wie Briefing-Erstellung, Preisfindung und Auswahl des Designs/des Anbieters, etc.
Wie funktioniert der Markt für Logo Design & Co bisher?
Im Rahmen von Design-Wettbewerben können alle Designer, mit und ohne Diplom, sich mit ihren Designvorschlägen um den ausgeschriebenen Auftrag bewerben. Der Auftraggeber entscheidet sich, nicht wie zuvor für den Designer bzw. die Agentur, sondern bereits für einen konkreten Entwurf, den er zu dem von ihm zuvor festgesetzten Preis erwirbt.
Da die Creative Crowdsourcing Portale wie 12designer bisher jedem Kreativen, gleich welcher Qualifikation, erlauben sich zu registrieren und Entwürfe einzureichen, fällt dem Wettbewerb die Aufgabe der Qualitätssicherung zu. Denn auch wenn sehr viele sehr gute Designer teilnehmen, probieren sich natürlich auch Laien ohne große Erfahrung in den Wettbewerben aus und unterbreiten den Auftraggebern auch nicht ausgereifte Entwürfe.
Hier hilft der Wettbewerb dem Auftraggeber Transparenz über die Fähigkeiten der Designer zu erhalten, da er bereits vor der Entscheidung für einen Designer dessen Entwurf sieht. Aus Auftraggebersicht ist die Entscheidung also recht einfach, wenn auch die Vielzahl an Entwürfen manchmal den Überblick erschwert und auch das individuelle Feedback für jeden Designer zu einer zeitaufwändigen Aufgabe macht. Neben diesen Vorteilen bringt der Wettbewerb als Mittel zur Marktzusammenführung auch eine Reihe von Nachteilen mit sich, wie die Tatsache, dass es nur einen Gewinner, aber viele Verlierer gibt – wenn man den Spaß der Teilnahme und die gesammelte Erfahrung außer Acht lässt.
Wann sollte Crowdsourcing in Agenturen genutzt werden?
Typisches Agenturproblem „Ressourcenengpass bei den Top-Kreativen“
Spannende Anfragen kommen ungeplant und meist, wenn das Team gerade unter Wasser ist. Aber die Chance auf den Neukunden will man sich nicht entgehen lassen – und natürlich gilt es sich mit einer super kreativen Pitchpräsentation vorzustellen.
Hier kann Crowdsourcing die Agentur in der Pitchvorbereitung raketenmäßig beschleunigen, denn sie hat innerhalb von Stunden Zugriff auf viele kreative Köpfe. Und diese Kreativen haben mannigfache Erfahrungshintergründe, so dass man eine hohe Chance hat auch eine Person mit einer sehr speziellen Branchenerfahrung zu finden. Im Wettbewerb erhält man eine Vielzahl von Vorschlägen, auf denen die Agentur dann aufbauen kann.
Typisches Agenturproblem „Eine frische Sicht aufs Thema“
Vor allem bei Bestandskunden kommt nach einiger Zeit das Gefühl auf, alles, was einem die Agentur vorlegt, irgendwie schon gesehen zu haben. Der Stil ist eng am Styleguide ausgerichtet und das Hirn des Konzepters denkt meist in denselben Bahnen. Genau der richtige Moment um als Agentur gemeinsam mit dem Kunden ein XXL Brainstorming mit der Crowd zu starten. Die Agentur kann den Prozess steuern und mit ihrer Erfahrung fürs Machbare die interessanten Ideen mit dem Kunden diskutieren. Gleich ob der Designer der Crowd oder später die Agentur die Idee weiterführt, für alle ist das eine innovative Erfahrung und nach allen Erkenntnissen der Open Innovation Forschung der optimale Weg möglichst breit und offen in einen Kreativprozess einzusteigen und dann gezielt die besten Ideen ausentwickeln.
Best of both worlds? Ja, sogar im doppelten Sinne
Agenturservice und Crowdsourcing ergänzen sich sehr gut und sicherlich werden wir im nächsten Jahr eine Reihe von Agenturservices als Features auf den Crowdsourcing Plattformen sehen. Diese werden es für Unternehmen und Agenturen komfortabler machen Crowdsourcing als festen Bestandteil in ihren Innovationsprozess einzubinden.
Und für die Crowdsourcing Plattformen ist es eine attraktive Perspektive, wenn Agenturen ihre spannenden Projekte mit der Crowd teilen. Uns eint ja alle dasselbe Ziel: gutes Design für Kunden zu erstellen.
Break-out-Session “Crowdsourcing für Agenturen“
Welcher Agenturinhaber an einem Einblick in die Nutzung von Creative Crowdsourcing für Agenturen interessiert ist und einen Überblick gewinnen will, worauf bei Ideengenerierung, Namensfindung, Texterstellung und vor allem Design in der Crowd zu achten ist, der ist zu meiner Break-out-Session im Rahmen des Crowdsourcing Summit am 27. April 2012 im betahaus Köln herzlich eingeladen.
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Eva, back in 2010 GeniusRocket started the first Curated Crowdsourcing model focusing first on all areas of design and video, but eventually turning our business focus to only video content. We found that curating designers worked well but made more sense for more complex projects like video production. Since 2010 we have evolved our model to be the perfect blend of both the choice of crowdsourcing with the control and privacy of an agency. Of course many brands use us simply because we create content at roughly 1/10 the cost of traditional production models. Dozens of clients have used the curated approach and we have built a community of over 400 production companies and animation houses across the last two years.