Microtasks sind eine immer beliebter werdende Methode von Unternehmen, um von den Menschen auf der Straße unterschiedliche Aufgaben erledigen zu lassen. Im deutschen Raum gibt es mit AppJobber seit kurzem ein Projekt samt Smartphone-App, mit dem man durch diverse Jobs kleines Geld verdienen kann. Tobias Klug, Geschäftsführer der wer denkt was GmbH, stellte sich unseren Fragen.

CSB: Wer steht hinter Appjobber und worum geht es bei dem Projekt?
TK: Hinter dem AppJobber steht die wer denkt was GmbH, eine Ausgründung der Technischen Universität Darmstadt. Beim AppJobber geht es darum dass Smartphonenutzer sogenannte Mikrojobs, für die man an einem bestimmen Ort sein muss, gegen eine kleine Belohnung erledigen. Also z.B. die geltenden Verkehrsregeln in einer bestimmten Straße zuerfassen oder ein Foto von einer Sehenswürdigkeit zu machen. Der Nutzer, oder besser “AppJobber”, erhält dafür typischerweise einige Euro Belohnung. Der Auftraggeber hingegen spart sich lange und teure Anfahrtswege, da die Aufgaben durch einen AppJobber erledigt werden, der bereits vor Ort ist.
CSB: Wie kam es zu der Idee?
TK: Mit dem “Mängelmelder“ betreibt die wer denkt was GmbH eine weitere Crowdsourcing App bei der es darum geht, Schäden im öffentlichen Raum an seine Kommune zu schicken, damit diese reagieren kann. Der AppJobber dreht dieses Prinzip herum. Der Nutzer meldet nun nicht mehr auf eigene Initiative Mängel sondern wird gezielt zu Aufgaben geleitet für die er dann eine Belohnung erhält.
CSB: Wie ist die bisherige Beteiligung seitens der „AppJobber“?
TK: Tausende Jobber nutzen unsere App bereits bundesweit, dabei erfreuen wir uns einer stetigen Weiterverbreitung und Beliebtheit. Dabei haben wir es mit durchaus unterschiedlichen Jobbertypen zu tun. Auf der einen Seite die “Gelegenheitsjobber”, die zwischendurch immer mal ein paar Jobs erledigen, auf der anderen Seite die “Powerjobber”. Unsere Powerjobber sind sehr aktiv auf der Suche nach den neusten Jobs und legen dabei auch größere Strecken zurück, um während des jobbens möglichst viele Jobs auf ihrer Route zu erledigen. Bei unserem TopJobber, kommt somit die beeindruckende Zahl, von fast 800 erledigte Jobs, zustande.
Natürlich stehen wir mit unseren Jobbern in einem regem konstruktivem Kontakt, um unseren Dienst weiter zu optimieren und somit die höchst mögliche Balance zwischen Usability und Datenqualität zu halten.
CSB: Was für Unternehmen / Institutionen stellen Jobs zur Verfügung?
TK: Gestartet ist der AppJobber vor 3 Monaten mit Unternehmen, die Geoinformationen, also z.B. Kartenmaterial, anbieten. Diese Unternehmen verbessern mit dem AppJobber ihre Datenqualität. Andere Anwendungsbereiche für den AppJobber sind die Überprüfung von Marketing-Aktionen, eigener Liegenschaften und Anlagen oder die Wettbewerbsbeobachtung. Der AppJobber kann aber auch als Tool zum Direktmarketing verwendet werden. Auch Jobs für gemeinnützige Zwecke sind denkbar.

CSB: Die AppJobber-App gibt es bisher nur für Android – wie sieht die Zukunft für iOS und andere Smartphone-Betriebssysteme aus?
TK: Die iOS-Version des AppJobbers befindet sich schon in der internen Testphase und wird voraussichtlich im April verfügbar sein. Eine WindowsPhone Version ist nur dann geplant, wenn die Verbreitung dieser Telefone in den nächsten Monaten noch deutlich zulegt.
CSB: Wo steht Appjobber in 5 Jahren – welche Potentiale sehen Sie im Bereich Microtasks (sowohl für Kunden als auch Unternehmen)?
TK: Unsere Kunden können mit dem AppJobber Daten erfassen, deren Erfassung bisher nicht wirtschaftlich oder nicht möglich war. Damit kann man eine ganz neue Datenqualität und -aktualität erreichen. AppJobber wird gemeinsam mit seinen Kunden die konkreten Potenziale in den verschiedenen Anwendungsbereichen identifizieren und umsetzen. Für unsere Jobber ist die App eine Möglichkeit die Freizeit und ungewollte Wartezeiten sinnvoll zu verbringen. Der AppJobber soll zur führenden Plattform werden, die Jobber und Unternehmen zusammen bringt, um einen echten Mehrwert für beide Seiten zu schaffen. Dabei werden wir uns nicht nur auf Deutschland beschränken. Der Start des Dienstes in weiteren Ländern ist bereits in Vorbereitung.
Wir bedanken uns für das Interview und wünschen dem Projekt sowie den AppJobbern viel Erfolg.
Tobias Klug von AppJobber im Interview,


