RSS abonnieren oder
Ein Produkt von Workgeist.com

Aufruhr im Social Web: Socialmediapunch.de sammelt die größten Aufreger der letzten Jahre

12.05.2012, 23:54 Aktuelles, Hintergründe & Entwicklung Claudia Pelzer

Aufreger, plötzliche Massenbewegungen – das Soziale Web bringt so einige Kuriositäten mit sich. Manches Mal nervig, oft genug lustig und ab und an mit ernstzunehmenden Konsequenzen für die Betroffenen. Denn mehr Transparenz geht kaum noch. Aber wie war das nochmal, damals als…???

Um genau das zu dokumentieren greift der ‚Social Media Punch’ vergangene und aktuelle Geschehnisse auf, die im Social Web aus den unterschiedlichsten Gründen für Aufsehen gesorgt haben und bereitet sie redaktionell in Form von Blog-Artikeln auf. Dabei werden von der Zentralredaktion eine feste Anzahl von Themen vorgegeben und diese in chronologischer Reihenfolge Stück für Stück aufgerollt.

Die Themen reichen von amüsanten Web-Ereignissen, wie den ZDF-Twitterern Marco Bereth und Michael Umlandt, die zwei Jahre lang privat die Twitter-Kanäle des ZDFs betreuten und 2009 statt Ärger eine Festanstellung bekamen, über Wulffs AB-Nachricht bis zu der aktuellen Kony-Kampagne. Das Ziel der Social Media Punch Seite ist es, aktuelle Shitstorms sowie die der vergangenen Jahre aufzuarbeiten und nachträglich herauszufiltern, wie es dazu kam, wer beteiligt war und vor allem, welche Auswirkungen sie im Netz und über die ,Online-Welt‘ hinaus hatten und haben. Jeder User, der sich für den Social Media Punch interessiert, hat die Möglichkeit, eigene Artikel zu den vorgegebenen Themen auf der Seite einzureichen.

Shitstorms – die negativ geladene Version des Mitmach-Web

„Das Internet ist erwachsen geworden (…), aber einige derjenigen, die es mit Inhalten füllen, sind pubertär geblieben“, schreibt das Handelsblatt in seiner Wochenendausgabe vom 13. April diesen Jahres. Oder anders gesagt: Das Internet ist in der realen Welt angekommen. Als der Philosoph Vilém Flusser einst warnte, die Technik sei zu wichtig, um sie nur den Technikern zu überlassen, lag er damit nie so richtig wie heute. Denn das Netz ist schon lange keine reine Freizeitbeschäftigung mehr oder ein Platz für Technik-Freaks und/oder Nerds. Negativkommentare oder gar online Hetz-Kampagnen sind nicht mehr so unschuldig zu bewerten wie zur Anfangszeit des Internets. Im Gegenteil: sie können einen großen Einfluss haben und das Ansehen öffentlicher Personen immens beinträchtigen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der Beschimpfungen anonym veröffentlicht werden.

Dieses Phänomen wird durch nichts besser verdeutlicht, als durch den Anglizismus des ‚Shitstorm’. Wer sich aktuell durch die Online-Welt bewegt und aktiv Social Media betreibt, wird früher oder später, gewollt oder ungewollt, Bekanntschaft mit genau dieser, ganz besonderen, Form der User-Feedbacks machen. Shitstorm meint eine große Welle an Negativkommentaren, die sich durch alle Social Media Kanäle zieht und für Unternehmen oder Projekte in zahlreichen Fällen in einem beträchtlichen Imageschaden münden kann. Ebenso verhält es sich bei Social Web Eskapaden einzelner öffentlicher Personen oder Gruppen, die, durch zweifelhafte oder einfach nur provokante, beziehungsweise kontroverse Verhaltensweisen oder Äußerungen, in die Ungnade der Online-Gemeinde fallen. Im Netz kann jeder eine Meinung haben und diese auch kundtun, was zunächst natürlich nichts bedenkliches ist, durch die Möglichkeit der Anonymität jedoch zum Selbstläufer werden kann. “Soziale Hemmungen, Kontrollen und Hürden werden durch die anonyme Art des Miteinanders abgebaut. Das lässt sich tagtäglich in Foren und Blog-Anhängen erkennen” (Sven Prange und Oliver Stock/Handelsblatt).

Ein aktuelles Beispiel für die Auswirkungen der Shitstorms bietet Sven Regener, Buchautor und Sänger der Band Element of Crime, der sich aktuell komplett aus der Öffentlichkeit zurück gezogen hat. Regener bezog Anfang des Jahres Stellung zur Urheberrechts-Debatte und hat vehement für seine Rechte an seinem Werk geworben. Das löste innerhalb kürzester Zeit eine Welle an Protesten und Negativkommentaren aus; Regener musste sich sogar dem Vorwurf stellen, seine Einstellung sei faschistisch (Forum T-Online). Ähnlich verhielt es sich im Fall der Umweltorganisation WWF: Im Juli 2011 kritisierte die ARD-Reportage „Der Pakt mit dem Panda“ die Organisation heftig – die Folge waren Unmengen an Negativkommentaren und Hass-Tiraden auf der WWF facebook-Seite. Da WWF nicht ausreichend auf diese Reaktionen vorbereitet war und die Kommentare entweder ignoriert oder nur unzulänglich beantwortet hat, war das Ergebnis ein drastischer Imageverlust. Mittlerweile gibt es erste Versuche, eine Regelung einzuführen: Facebook gibt etwa klare Namen vor, andere haben ein Identifizierungsverfahren entwickelt. Bisher lassen diese sich jedoch noch ohne weiteres aushebeln. Oftmals beruhigt sich die virtuelle Wetterlage nach den Shitstorms innerhalb einiger Wochen wieder, doch das Web vergisst ja bekanntlich nie…

Power to the (online) People – die Highlights als Timeline

Ob Aufreger, Aufrüttler oder Aufmunterer: Massenbewegungen im Netz sind aus unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Hat der Schwarm sich einmal in Bewegung gesetzt haben sogar selbsternannte Web-Experten ihre Schwierigkeiten ihm Einhalt zu gebieten. Um so interessanter ist es, sich einmal mit etwas Abstand die jeweiligen Aktionen, Themen und Hintergründe anschauen. Auf Socialmediapunch.de bildet eine (gewissermaßen Meta-)Social Media Timeline die Highlights der letzten Jahre ab und lädt ein zum stöbern, recherchieren und aufdecken.

Dieser Artikel kann auf DieRedaktion.de erworben werden.

Aufruhr im Social Web: Socialmediapunch.de sammelt die größten Aufreger der letzten Jahre, 5.0 out of 5 based on 1 rating

CSR 2012

Partner

Termine

20.11.2014: Crowd Dialog 2014

http://www.crowddialog.de

Twitter

Werbung

Videoportal
Crowdsourcing Blog