Bevor sie überhaupt loslegen, sollten ‘Crowdsourcing-Willige’ zunächst einmal in sich gehen und für sich definieren, welche Unternehmens- und Innovations-Prozesse durch Crowdsourcing verbessert werden können. Leitfragen zur erfolgreichen Implementierung von Crowdsourcing-Prozessen sind:
- Welches Ziel soll mit dem Einsatz von Crowdsourcing erreicht werden?
- Ist die eigene Organisation geeignet für offene Prozesse?
- Müssen die internen Strukturen erst angepasst werden?
- An wen richten sich die potentiellen Aufträge und wo/wie erreicht man die Adressaten?
- Sind intern Kapazitäten zur Etablierung der Crowdsourcing Projekte vorhanden?
- Welches Budget kann für das Projekt genutzt werden?
- Wer sind geeignete Partner zur Umsetzung der Ziele?
Wieso Crowdsourcing einsetzen?
Wieso aber müssen Unternehmen dringend die neuen Hebelwirkungen der digitalen Arbeitswelten erkennen und für sich nutzen? Der Grund liegt unter anderem in unseren durchstrukturierten Abläufen: In der heutigen Ökonomie sind sämtliche Prozesse in ihrer Effizienz bereits so weit optimiert, dass eine Steigerung kaum noch möglich ist. Der Spielraum ist ausgereizt. Alles, was nun noch hilft, sind Innovationen. Aber die werden nicht am Fließband produziert, sondern sind ein rares, wertvolles Gut. Wenn Unternehmen die eigene Innovationsfähigkeit ausgeschöpft haben, greifen sie aus diesem Grund immer häufiger auf die Kreativität der Masse zurück. Der ‚war for talents’ ist eben sehr oft auch ein Kampf um Ideen. Auch wenn Expertenwissen oder sehr spezielle Skills gefragt sind, über die keiner der Mitarbeiter verfügt, können Firmen auf die Crowd zurückgreifen.

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Ein weiterer Vorteil: Der Bonus der globalen Zugänglichkeit. Manche Aufgaben erfordern eine globale Ausschreibung, bei anderen sind spezielle, regionale Kenntnisse erforderlich. Dabei muss allerdings klar sein, dass die Innovationen, Ideen und Designs nicht einfach aus der Masse purzeln. Sie können erst in einem inspirierenden Umfeld entstehen, wobei die Inspiration aus den menschlichen Beziehungen (Community) oder einer entsprechend angenehm gestalteten Oberfläche (Plattformgestaltung) herrührt. Ist dies beides nicht gewährleistet, wird die Innovationsleistung entsprechend gering ausfallen.
Erst wer Crowdsourcing und Innovationsprozesse verstehen lernt, kann sie steuern und für sich nutzen. Limitierungen erfährt der Einsatz von Crowdsourcing höchstenfalls dort, wo sensible Daten betroffen sind, oder Aufgaben einen gewissen internen Kontext bzw. Kenntnisse erfordern, die nicht von Außenstehenden erfüllt werden können. Bei der unternehmensinternen Implementierung neuer Crowdsourcing Anwendungen kann es wie auch bei anderen Umstrukturierungen vorkommen, dass einzelne Mitarbeiter bei der Umsetzung bremsen oder sich gänzlich der Neuerung verwehren. Um einen internen Widerstand zu verringern, ist es essentiell, im Vorfeld sehr klar den Grund, die Strategie, die Rollenverteilung und die Vorteile des Crowdsourcing Projekts zu definieren. Skeptische Mitarbeiter können, gegebenfalls auch durch zusätzliche Incentivierung motiviert oder mit Workshops behutsam an das Thema herangeführt werden.
Schrittweise Implementierung des Crowdsourcing Prozesses

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Entschließt man sich für die Anwendung, sollte zunächst entschieden werden, ob man eine eigene Aktion bzw. Plattform aufsetzt oder einen externen Service bzw. Anbieter nutzt. In jedem Fall sollten auch die Talente lokalisiert werden, die am besten geeignet sind zur Erfüllung der Aufgaben. Unternehmen müssen sich die Frage stellen, wo (z.B. auf welcher externen Plattform) sie die geeigneten Experten (insofern spezielle Fähigkeiten gefragt sind) bzw. eine engagierte Masse an Arbeitern (für Microtasks) finden. Als nächstes sollte eine zielgerichtete Beschreibung der Aufgaben erstellt werden. Bei Microtasks muss in der Regel eine Zerlegung der Gesamt-Aufgabe erfolgen (z.B. bei umfangreichen Datensätzen). Bei sensiblen Informationen muss zudem das Thema Datensicherheit berücksichtigt werden. Unter anderem muss entschieden werden, ob das Projekt geschlossen (d.h. nur für interessierte Teilnehmer sichtbar) oder öffentlich sichtbar im Web angelegt wird.
Qualitätsverbesserung für neue und laufende Projekte

Die Chancen auf qualitativ hochwertige Ergebnisse können durch einen überdurchschnittlichen Preis (für die jeweilige Plattform) sowie einen garantierten Betrag (bei Design Contests) gesteigert werden. Zudem ist es hilfreich einzelne (hoch qualifizierte) Provider gezielt anzuschreiben und zur Teilnahme am Projekt aufzufordern.
Nachdem das Projekt gestartet wurde, ist es essentiell, die entsprechende Community zu pflegen und angemessen zu incentivieren. Hierzu zählt neben der Motivation der Massen beispielsweise generelles Feedback zu Einreichungen, die Beantwortung von Fragen und wenn nötig auch der Umgang mit kritischen Momenten. Beispielsweise wenn sich Teilnehmer eines Kreativ-Contests sich gegenseitig des Ideenklaus beschuldigen, erfordert die Situation in der Regel eine schlichtende Internvention. Gegebenenfalls müssen auch interkulturelle und regionale Spezifikationen berücksichtigt und gemanagt werden.
Um das Crowdsourcing Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen, benötigt es die laufende sowie finale Qualitätskontrolle und Abnahme der fertigen Tasks. Handelt es sich um zerlegte Aufgaben, müssen diese erst wieder zu einem nutzbaren Gesamtergebnis zusammengefügt werden. Bei Datensätzen wird dies z.B. vom jeweiligen Plattformbetreiber übernommen und muss mit dem auftraggebenden Unternehmen abgesprochen werden (u.a. Zeitpunkt und Art der Zulieferung). Bei Kreativ-Contests oder Ideen-Sammlungen muss die Bestimmung und Kommunikation eines Gewinners erfolgen.
Außerdem sollte das Endergebnis auf eventuelle Urheberrechtsverletzungen hin geprüft werden. Im Anschluss an die Auslieferung des Endprodukts wird das entsprechende (Preis-)Geld ausgeschüttet. Bis zu einem gewissen Grad kann auch die Nachbearbeitung des Endprodukts gefordert werden. In manchen Fällen ist der Auftraggeber sogar so zufrieden, dass er Folgeaufträge vergibt und damit ein langfristiges Arbeitsverhältnis (mit der Crowdsourcing Plattform als Mittler und Servicedienstleister z.B. für Zahlungsabwicklungen) erfolgt.
Weitere Empfehlungen und Praxistipps im Crowdsourcing Report 2012.
Crowdsourcing in der Praxis - ein kleiner Leitfaden zur erfolgreichen Umsetzung,



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Für mich schließen sich Kreativität und Masse aus. Wer Texte schreibt, sollte sie individuell für den Kunden erstellen. Wenn die “Masse” schreibt – also irgendjemand X-beliebiger für jemand anderen einen Text schreibt, kann nur Masse rauskommen.
Masse hört sich für auch nach Tempo an. Auch das schließt echte kreative Prozesse aus.
Hohe Qualität für durchschnittliche Preise gibt es nicht. Qualität hat seinen Preis und das ist bei kreativen Berufen auch berechtigt.
[...] – Crowdsourcing-Planung einer sorgfältigen Vorbereitung bedarf, hat das gleichnamige Blog einen Leitfaden geschrieben, der die Umsetzung schrittweise begleitet. Wer diesen Beitrag liest, dem wird auffallen, wie stark [...]