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Summit of Newthinking – Open Strategies

19.11.2012, 17:50 Aktuelles, Allgemein, Hintergründe & Entwicklung Thomas Gegenhuber 1 Kommentar

Vom 15. bis 16. November 2012 fand zum ersten Mal in Berlin die Konferenz “Summit of Newthinking – Open Strategies” statt. In fünf Panels – Open Innovation, Open Business, Open Data, Open Reality und einem Open Track wurde den BesucherInnen der Konferenz ein abwechslungsreiches Programm geboten. In diesem Beitrag werde ich kurz einige Vorträge des Open Innovation und Open Business Tracks vorstellen, welche Themen rund um Crowdsourcing und Open Innovation behandelt haben.

Leonard Dobusch, Professor an der Freien Universität Berlin, illustrierte anhand des Beispiels des “Wikimedia Strategy“ Prozesses die Chancen und Schwierigkeiten einer Öffnung von Strategiefindungsprozessen. Einerseits bietet es sich an, eine bestehende Community in Strategiefindungsprozesse einzubeziehen, andererseits stößt diese Einbindung, wenn es um mehr als das bloße Crowdsourcen von Ideen geht, schnell an Grenzen. Neben der Bewältigung von organisatorischen Schwierigkeiten müssen auch die Partizipation und das Commitment, der UserInnen, über den Prozess hinweg aufrechterhalten werden. Leonard Dobusch diskutierte in seinem Vortrag die inhärenten Grenzen transparenter Strategiefindung (Link zur Präsentation hier).

Präsentation Leonard Dobusch

Tim Schikora von der Insight Innovation GmbH widerlegte in seinem Vortrag geläufige Open Innovation Mythen. „Es geht in Open Innovation nicht darum die Kosten zu senken oder etwas gratis zu bekommen”, streicht Tim Schikora hervor. Beim Open Innovation Instrument Crowdsourcing ist eine aktive Betreuung des Unternehmens notwendig. Es reicht nicht aus, Probleme ins Internet zu stellen und darauf zu warten, dass die Crowd Ideen einbringt.

Dr. Michael Graefenstedt, von der Bayer Material Science AG, und Leo Marose von der inno-focus businessconsulting gmbh berichteten in ihrem Vortrag über die Erfahrung der Bayer Material Science mit einem Ideationswettbewerb auf der Plattform Innovationskraftwerk. Ziel des Wettbewerbs war es Antworten auf die Frage zu finden, wie die Ausbreitung von Wüsten zurückgedrängt werden kann. Der Wettbewerb in Zahlen: 15.000 pageviews, über 1.500 BesucherInnen, 85 Ideen in 36 Wochen, 41 Ideen wurden von den 5 Jurymitgliedern bewertet. Schließlich wurden 3 GewinnerInnen ausgewählt. In einem Ideen-Workshop konnten die GewinnerInnen gemeinsam mit ExpertInnen aus dem Bayer Netzwerk ihre Ideen diskutieren. Die Ideen werden von Bayer in Arbeitsgruppen weiter bearbeitet und auch künftig wird die Kooperation mit den GewinnerInnen gesucht. „Aufgrund der positiven Erfahrungen haben wir bereits einen zweiten Wettbewerb (Woran kann sich Kunststoff erinnern) auf der Plattform Innovationskraftwerk gestartet,” sagte Michael Graefenstedt.

Rechtsanwalt Dr. Julian Waiblinger (Kanzlei Boehmert & Boehmert), Experte für Urheber-, Marken- und Wettbewerbsrecht sowie IT-Lizenzvertragsrecht thematisierte die zivil- und patentrechtliche Herausforderungen, die sich bei der Veranstaltung von Innovationswettbewerben im Internet stellen. Im Mittelpunkt standen Fragen der Ausgestaltung der Wettbewerbsbedingungen: Wie werden AGB wirksam einbezogen und wie können IP-Rechte umfassend eingeräumt werden? Weiters erläuterte Julian Waiblinger Problemstellungen aus dem Bereich des Arbeitnehmererfinder- sowie Patentrechts.

Zarah Rahman von Open Oil, eine Initiative die mehr Transparenz in der Ölindustrie erreichen will, stellte das Buch Open Oil Contracts vor. Von Open Oil eingeladene ExpertInnen und AktivistInnen haben durch kollaborative Zusammenarbeitet dieses Buch innerhalb von einer Woche erstellt; es soll helfen Öl-Verträge besser zu verstehen und somit zur Transparenz beizutragen. Dieser Prozess basiert auf der Open Source Anwendung booksprint.

Jos Poortvliet, openSUSE community manager für SUSE Linux, erkundete die Herausforderungen des Community Management und erklärte warum Regeländerungen auf einer Plattform oft Widerstand auslösen. Auf der einen Seite gibt es Regeln, die explizit, also niedergeschrieben sind. Auf der anderen Seite, hat die Community  implizierte, also unausgesprochene Regeln in der Form einer gemeinsamen Kultur und Identität entwickelt. Eine Regeländerung kann die bestehenden kulturellen Werte verletzen und löst daher Empörung aus.

Schließlich habe ich mich in meinen Vortrag damit auseinandergesetzt, unter welchen Bedingungen Crowdsourcing eine Option für die Organisation darstellen kann. Hierbei habe ich vor allem auf die Arbeit des Harvard Business School Forschers Karim Lakhani und seiner KollegInnen zurückgegriffen (siehe auch hier). Außerdem habe ich erläutert, warum der soziale- und institutionelle Kontext bei der Implementierung von Crowdsourcing eine Schlüsselrolle spielt. Dieser Kontext muss stärker berücksichtigt werden, um das Auftreten des Not-Invented-Here Syndroms zu verhindern.

 

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