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Mitmach-Uni: Crowdfunding-Kampagne von ununi.TV

13.06.2013, 14:25 Aktuelles Nora Burgard-Arp

Ein Gastbeitrag von Wolfgang Gumpelmaier

Im Winter 2011 habe ich mit Anja C. Wagner, Bertram Gugel und Fabian Topfstedt im Rahmen des eVideo 2.0-Kurses an der HTW Berlin das Projekt ununi.TV gestartet. Ziel war es, die Barcamp-Idee mit Hilfe einer Live-Video-Plattform in die Online-Welt zu transferieren. Laut dem Leitfaden JugendBarCamp von youthpart und ikosom ist ein BarCamp „ein Format der Großgruppenmoderation, welches den TeilnehmerInnen ein hohes Maß an Verantwortung überträgt. Sie schlagen Inhalte vor, entscheiden über diese, sind für die Durchführung und Dokumentation verantwortlich.“

In diesem Sinne haben wir auf www.ununi.TV allen Interessierten eine informelle Lernumgebung zur Verfügung gestellt, um sich auf Basis des kostenlos verfügbaren Video-Konferenz-Tools Google Hangouts eigeninitiativ über Themen im Umfeld von Film, TV und Web auszutauschen. Das Problem dabei: viele fanden die Idee gut, die eigens initierte Organisation und Durchführung von Hangout-Sessions stellte aber für viele eine große Hürde dar. Zudem war bis dahin die Technik zur Live-Übertragung ins Internet (Stream) nicht vorhanden bzw. unausgereift und kompliziert.

Mittlerweile aber gibt es aber die Funktion Hangouts on Air, die es ermöglicht, direkt aus dem virtuellen Konferenzraum auf YouTube zu streamen und somit jedem Internetnutzer potenziell die Teilnahme ermöglicht. Damit haben meine Kollegin Anja und ich im vergangenen Jahr viel experimentiert und nebenbei über diverse Möglichkeiten nachgedacht, wie wir das Konzept vom Hobby-Projekt zum tragfähigen Business-Modell entwickeln können.

Der erste Schritt in Richtung ununi.TV 2.0 war eine Umfrage unter den bestehenden Mitgliedern der Community, die aus den TeilnehmerInnen und AkteurInnen der ersten Sessions bestand. Darin fragten wir einerseits, ob sie das Konzept grundsätzlich gut finden und wir es weiterentwickeln sollen. Andererseits wollten wir von ihnen wissen, ob sie ununi.TV finanziell oder inhaltlich unterstützen würden, wenn wir eine Crowdfunding-Kampagne starten. Die Community war zwar klein, die Antwort aber eindeutig und motivierend: Macht bitte weiter!

Daraufhin haben Anja und ich begonnen, die Idee weiterzuentwickeln und sowohl die inhaltliche Ausrichtung anzupassen, als auch ein sozial verträgliches Geschäftsmodell zu entwerfen. Als gemeinnütziges Netzwerkunternehmen steht ununi.TV nun allen Erwachsenen zur Verfügung, die sich mit modernen Lebens- und Arbeitsmodellen auseinandersetzen und mit unterschiedlichsten Menschen Erfahrungen austauschen wollen. Das neue/alte Motto: Bildung von allen für alle.

Um diesem Ziel etwas näher zu kommen, haben wir uns nach und nach Leute ins Team geholt, darunter Robert Seibel, der das System nun auf dem open source CMS drupal weiterentwickelt. Bald darauf erstellten wir eine Relaunch-Seite als Teaser für „the new ununi.TV“, auf der man sich in einen Mailverteiler eintragen konnte, um rechtzeitig über weitere Aktivitäten informiert zu werden.

Nach ein paar Wochen folgte der nächste und einer der bisher wesentlichsten Schritte: Wir luden alle bisherigen Unterstützer und Freunde von ununi.TV in eine geschlossene Google+ Community ein, um dort mit ihnen unsere Pläne, unser Modell, unsere geplante Crowdfunding-Kampagne zu diskutieren und sie direkt in die Weiterentwicklung miteinzubeziehen. Denn ununi.TV war von Beginn an ein Community-Projekt und das sollte es auch bleiben.

Knapp vor der re:publica ging die neue Seite in reduzierter Form online. Grund dafür war eine Aktion, die wir uns als Begleitprogramm zu re:publica überlegt hatten: #rp4u. Damit wollten wir allen Vortragenden, deren Session NICHT ins Programm der rp13 aufgenommen wurden, eine Möglichkeit geben, ihre Session online und live auf ununi.TV zu präsentieren. Einige folgten unserem Aufruf und so entstanden die ersten Inhalte auf unserer re-gelaunchten Seite.

Mittlerweile befinden wir uns mitten im Crowdfunding und haben die ersten zwei Wochen erfolgreich hinter uns gebracht. Der Support unserer Freunde und Unterstützer ist dabei überwältigend: Bereits vor dem Start wurde das Projekt von unseren Supportern eifrig beworben und an potenzielle Interessierte weitergeleitet. Die 100 Fans, die wir auf startnext benötigten, um in die Finanzierungsphase zu kommen, hatten wir innerhalb von 24 Stunden zusammen. Seit dem Start vor zwei Wochen können wir uns zudem über zahlreiche Blogartikel, knapp 1.000 Erwähnungen auf Facebook und Twitter sowie rund 9.000 Euro freuen.

Dennoch steht uns noch ein weiter Weg bevor, um unser Ziel von 25.000 Euro zu erreichen und unsere Mitmach-Uni für Erwachsene Realität werden zu lassen. Doch wir sind zuversichtlich, denn jeden Tag ergeben sich neue Ideen, neue Kontakte, neue Inhalte – zumeist aus der Community kommend, die merkbar wächst und Spaß daran hat, mit uns gemeinsam eine andere Bildung zu ermöglichen. Eine Bildung, die sich an den Bedürfnissen der Community orientiert und aus ihr entsteht. Crowdgesourcte Bildung also!

Bis 30. Juni kann man ununi.TV noch auf startnext unterstützen: http://www.startnext.de/ununitv

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Über den Gastautor:
Wolfgang Gumpelmaier ist selbstständiger Digital Communications Consultant, Blogger und Vortragender mit Fokus auf Film und kreativwirtschaftliche Projekte sowie Crowdsourcing und Crowdfunding. Aktuell arbeitet er mit Anja C. Wagner an der Weiterentwicklung der Plattform www.ununi.tv – Crowduniversity for modern life.

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