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Worauf man bei einer mehrsprachigen WordPress-Seite aus SEO-Sicht achten muss

29.07.2016, 17:10 Aktuelles, Allgemein Claudia Pelzer

Ein Gastbeitrag von Alexander Rus & Ljubica Negovec

Das Content Management System WordPress dominiert das Internet seit Jahren. Laut Webanalyse-Spezialist W3Techs nutzt bereits jede vierte Webseite das CMS, welches ursprünglich nur für Blogs gedacht war. Auch viele Firmen vertrauen bereits auf WordPress, wenn es um ihre internationale Webseite geht. Im Folgenden geht es darum, worauf man bezüglich Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, bei einer internationalen WordPress-Webseite achten muss. Das Beste daran: Kein Programmierer nötig!

Wordpress SEO

Eine kurzer Disclaimer: Die Funktionen von WordPress kann man mit sogenannten Plugins erweitern. In der Regel sind die Erweiterungen kostenlos. In diesem Beitrag werden einige bezahlte Plugins empfohlen. Es besteht keine Partnerschaft mit den genannten Anbietern.

Warum bei der Internationalisierung Know-How gefragt ist

Eines vorweg: Bei der Erweiterung der Firmenwebseite auf internationale Märkte darf es vor allem an Qualität und Professionalität nicht mangeln. Aus diesem Grund ist der richtige Partner bei der Lokalisierung auch so wichtig. Denn im Gegensatz zu maschinellen Übersetzungen schaut ein Muttersprachler mit fundierten Marktkenntnissen außerdem auf folgende erfolgsbestimmende Kriterien:

– Die Übersetzungen sind grammatikalisch fehlerfrei und berücksichtigen lokale Sprach-Eigenheiten. So unterscheidet sich beispielsweise das Spanisch in Spanien deutlich vom Spanisch in Südamerika. Ähnlich verhält es sich mit Portugiesisch in Portugal und Brasilien.

– Der Übersetzer fungiert zugleich als Berater für den angestrebten Markt. Er kennt die lokalen Gegebenheiten und weiß um die Kultur bestens Bescheid. Internationalisierung bedeutet nämlich gleichzeitig „Kulturalisierung“. Vor allem in Asien und Arabien gibt es absolute No-Gos, die zu wahren Shitstorms führen können.

– Die Lokalisierung zieht sich durch das gesamte Marketingmaterial, angefangen von Broschüren, Flyern, Werbevideos, Social Media bis hin zur Webseite. Ohne Strategie und Know-How stößt man hier schnell an seine Grenzen.

Ein Partner, dem man sein Vertrauen schenken kann, ist beim Internationalisierungsprozess also wahres Gold wert. Bevor es allerdings mit der Lokalisierungsarbeit losgeht, gilt es sich die wichtigsten SEO-relevanten Faktoren bei seiner WordPress Webseite anzueignen. Schließlich will man ja auch im Ausland bei den Google Ergebnissen vorne mitspielen.

Domain und Struktur

Bei der Auswahl der Domain(s) und Struktur sollte man verstehen, welche Variante für das jeweilige Anwendungsgebiet am meisten Sinn macht. Für die Implentierung der Mehrsprachigkeit (nicht standardmäßig in WordPress enthalten) ist grundsätzlich das Plugin WPML zu empfehlen, weil es alle wichtigen Multilingual SEO-Features bereitstellt und mit WordPress-Grundkenntnissen leicht zu konfigurieren ist.

Üblicherweise hat man diese Möglichkeiten zur Umsetzung der Mehrsprachigkeit:

Country Code top-level Domain (ccTLDs):

Bei ccTLDs handelt es sich um länderspezifische Domains, welche im Zielland von Google bevorzugt werden. Vereinfacht ausgedrückt: Eine .de rankt von Haus aus deutlich besser bei Google.de.

Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass diese Option eine eigene SEO-Strategie für jedes einzelne Land erfordert. Auch der Aufwand für das Setup selbst ist als groß einzuschätzen. Deswegen bevorzugen eigentlich nur große Brands mit lokaler Relevanz oder Firmen mit Fokus auf „Online“ ccTLDs.

Beispiel

– de
– co.uk

Bekannte Firmen, die ccTLDs nutzen

– TripAdvisor
– Amazon

Für wen sind ccTLDs sinnvoll? Wenn man die nötigen Ressourcen hat, es auf Märkte in bestimmten Ländern abgesehen hat und der Dienst bzw. das Produkt ortsabhängig ist, dann sind ccTLDs mit Sicherheit die richtige Wahl.

Unterverzeichnisse auf einer Generic top-level Domain (gTLDs):

Wahrscheinlich eine der häufigsten und einfachsten Varianten eine internationale WordPress-Webseite zu realisieren. Aus SEO-Sicht ist diese Lösung sehr angenehm, weil jeder Backlink nicht nur Auswirkungen auf eine Sprache hat, sondern durch geschickten internen Linkfluss auch die anderen Bereiche stärkt. Das Setup ist sehr einfach. Lokales Hosting ist leider nicht möglich, wodurch dieser Rankingbonus ausfällt.

Beispiel

– com/de/
– com/en/

Für wen macht das Sinn? Wer nach Sprachen und nicht nach Ländern unterscheiden will, weil es sich beim Produkt oder Service beispielsweise um ortunabhängige Software handelt, der sollte die Unterverzeichnisse auf einer gTLD verwenden.

Subdomains von einer Generic top-level Domain:

Der einzige Vorteil hier ist, dass die Subdomains individuell gehosted werden können. Ansonsten muss für jede Subdomain eine eigene SEO-Strategie entwickelt und umgesetzt werden. Die Variante hat Setup und Hosting im Fokus, nicht SEO.

WordPress selbst vertraut auf diese Option, aber das Unternehmen hat bekanntermaßen keinerlei SEO-Fokus in Sachen Marketing.

URLs, Slugs und Sprachen

Slugs in WordPress sind in den meisten Fällen eine URL-freundliche Version der Seiten- oder Beitragstitels. Slugs können aber eigentlich komplett frei gewählt werden.

Beispiel

URL: https://www.evergreenmedia.at/backlinks-wirkung/
Slug: backlinks-wirkung

Idealerweise sollte die URL sprechend sein, sodass der Leser nur anhand der URL erkennt, was ihn erwartet. Aus SEO-Sicht sollte die URL, das für die Seite wichtigste Keyword enthalten. Slugs sollten deswegen unbedingt übersetzt werden.

Beispiel

URL DE: https://www.evergreenmedia.at/backlinks-wirkung/
URL EN: https://www.evergreenmedia.at/en/backlinks-effect/

Grundlegende WordPress SEO-Einstellungen

Aus Perspektive der OnPage-Optimierung ist es essentiell, dass der Title Tag und die Meta Description für jeden einzelnen Beitrag und für jede einzelne Seite individuell gesetzt werden können.

Der Title Tag kann getrost als einer der wichtigsten OnPage-Faktoren bezeichnet werden. Die Meta Description ist zwar in diesem Zusammenhang unbedeutend, beeinflusst die Klickrate aus den Suchergebnissen jedoch maßgeblich und hat so einen indirekten Effekt.

Title Tag und Meta Description müssen auch sprachenspezifisch bzw. länderspezifisch konfiguriert werden können. Hierfür ist das SEO-Plugin Yoast SEO zu empfehlen, weil es in Kombination mit WPML exzellent funktioniert. Das ist nicht selbstverständlich, da es zwischen vielen umfangreicheren Plugins zu kleineren und größeren Konflikten kommt.

Google, Spracherkennung und Mehrdeutigkeit

Angenommen man hat sich für die Option ccTLDs entschieden und folgende länderspezifischen URLs:

– at/mein-test/
– de/mein-test/
– ch/mein-test/

Da alle drei Seiten auf Deutsch sind, kann es sein, dass Google Probleme hat, das jeweils passende Ergebnis zu liefern. Aus diesem Grund generiert ein gutes Multilingual-Plugin wie WPML automatisch das hreflang-Attribut, das Google kommuniziert, welche URL für welches Land am Relevantesten ist.

Warum ist das so wichtig, wenn man ohnehin schon den Ranking-Bonus durch die ccTLD im jeweiligen Land hat? Einer der häufigsten SEO-Fehler ist Mehrdeutigkeit. Mehrdeutigkeit kann auf vielen Ebenen passieren, z.B. Navigation der Webseite, Landingpages mit dem gleichen Fokus-Keyword oder eben bei den Sprachen.

Trifft Google auf Mehrdeutigkeit, dann verlieren ALLE Optionen an Relevanz, sodass man sich effektiv selbst schwächt bzw. das eigene Ranking-Potenzial reduziert. Daher sollte man, wenn es um Google geht, immer den logischsten und verständlichsten Weg einschlagen.

Vertraut man auf die richtigen Plugins, ist die Umsetzung einer SEO-optimierten mehrsprachigen WordPress-Webseite keine Kunst. Wichtig ist eigentlich nur, dass man sich im ersten Schritt genau überlegt, ob nach Sprachen oder nach Ländern unterschieden wird und eine dazu passende Domain und Struktur wählt. Wird an diesem Punkt ein Fehler gemacht, bringt auch das beste SEO-Konzept nichts.

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